InHerford - Oktober 2021
InHerford | Oktober 2021 GARTEN © vrij van rechten - stock.adobe.com aus: „Wenn der Schnee schmilzt, fließt das gelöste Salz in die Vorgartenbepflanzung ab und führt dort an den oberirdischen Pflanzenteilen zu Verbrennungen, den sogenannten Kontakt- schäden“, erklärt Wolfgang Groß vom BGL. „Versickert die Salz- lösung schließlich in der Erde, richtet sie auch an den Wurzeln erheblichen Schaden an, stört die Ernährung und Wasserver- sorgung der Gewächse und verursacht eine Bodenverdichtung, die sich noch im Folgejahr nachteilig auf die Beete auswirkt.“ HOHE SALZKONZENTRATION SCHADET PFLANZEN UND TIEREN Häufig sind die Folgen erst zeitversetzt sichtbar. Bei Bäumen kann eine hohe Salzkonzentration beispielsweise zu einem ver- späteten Austrieb im Frühling, zu braunen Blättern und zu einem verfrühten Laubfall führen. Auch die wichtigen Mikroorganismen in der Erde sowie die Tiere im Garten leiden unter dem Einsatz von Streusalz. Bei Hunden und Katzen kann es zu Verbrennun- gen an den Pfoten kommen. „Zum Schutz der Pflanzen und Tiere empfehlen wir Landschafts- gärtner sogenannte abstumpfende Streumittel wie Sand, Split, Kies oder salzfreies Granulat“, sagt Wolfgang Groß. „Diese las- sen das Eis zwar nicht tauen, machen die bestreute Fläche aber griffiger und somit gut begehbar. Dadurch haben sie keinerlei negative Auswirkungen auf die Umwelt und sind gesetzlich er- laubt.“ Sobald Schnee oder Eis geschmolzen sind, kann man die Steinchen einfach mit einem groben Besen auffegen und für den nächsten Einsatz sammeln. Und wer keine Zeit zum Streuen oder Schneeschippen hat, kann natürlich auch einen Landschaftsgärtner damit beauftragen. WÄSSERN IM WINTER? Das Thema Gießen beschäftigt Gartenbesitzer vom Frühjahr bis in den Herbst. Und wie ist es mit dem Wässern im Winter? Tatsächlich verlangen einige Gewächse auch jetzt den Griff zur Gießkanne. „Die meisten Pflanzen haben ihre Aktivitäten nun auf ein Mini- mum heruntergefahren und befinden sich in einer Art Winter- schlaf. Hier sprechen wir Landschaftsgärtner von der Vegetati- onsruhe“, so Groß. „Das betrifft beispielsweise laubabwerfende Gehölze und Stauden. Immergrüne sind dagegen auch jetzt noch aktiv und verdunsten über ihre Blätter und Nadeln Was- ser. Daher ist es wichtig, auch während der kalten Jahreszeit an sie zu denken.“ Das gilt insbesondere für Immergrüne, die in Kübeln neben dem Hauseingang stehen und nur wenig Substrat zur Verfügung haben. GROSSE GRÄSER IM WINTER ZUSAMMENBINDEN! Fällt während des Winters viel Schnee, kann es zudem nötig sein, die Zweige der immergrünen Bäume und Sträucher im Vorgarten sanft zu schütteln oder abzukehren. Denn Schnee hat auch Gewicht und kann dazu führen, dass Zweige abbre- chen. Bei großen Gräsern ist es ratsam, sie in sehr feuchten oder schneelastigen Monaten locker zusammenzubinden. So verhindert man, dass Wasser in das Innere des Grases dringt und dort Fäulnis verursacht. Übrigens: Der Grasschnitt sollte zum Schutz des Wurzelbe- reichs erst im Frühjahr durchgeführt werden. Bei jungen Bäu- men kann auch die winterliche Sonne Schaden anrichten. Eisige Temperaturen in der Nacht in Kombination mit starker Sonnen- einstrahlung am Tag führen zu Spannungen in der Rinde, die daraufhin aufplatzt. Die Risse bilden potenzielle Eintrittsstellen für Pilze, Bakterien und Schädlinge, weshalb Landschaftsgärt- ner bei Neupflanzungen zu einem weißen, reflektierenden An- strich oder einer anderen Art Sonnenschutz raten. Meist wird dieser zwar bereits im Herbst angelegt, kann aber auch jetzt noch nachgeholt oder – wenn es sehr feucht ist und der Anstrich nachlässt – erneuert werden. GANZJÄHRIGER, GRÜNER SICHTSCHUTZ: IMMERGRÜNE Nicht nur sicher soll der Vorgarten im Winter sein, sondern auch attraktiv? Dann haben jetzt die Immergrünen ihren großen Auf- tritt! Sie geben der Fläche frische, grüne Farbe. Als Hecke be- grenzen sie zudem sichtbar das Grundstück und verhindern – hochgewachsen –, dass Passanten von der Straße aus bis ins Haus blicken können. Aber auch als Solitäre und mit professio- nellem Schnitt zu eindrucksvollen Skulpturen geformt, entfalten sie nun ihre volle Wirkung. Wer sich darüber hinaus fröhliche Farben im Vorgarten wünscht, findet unter den Gehölzen eine breite Palette an Winterblühern: Die Winter-Kirsche (Prunus subhirtella ‘Autumnalis’), der Gelbe Winterjasmin (Jasminum nudiflorum), die Winter-Heckenkirsche (Lonicera x purpusii) oder auch die Zaubernuss (Hamamelis) er- freuen schon früh im neuen Jahr mit ihren Blüten. Daneben recken Stauden wie die Christrosen (Helleborus niger) und Lenzrosen (Helleborus Orientalis-Hybriden) oder die Im- mergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens) ihre eleganten Köpfe in die Höhe, während die ersten Zwiebelgewächse wie Schneeglöckchen (Galanthus) und Winterlinge (Eranthis) nach und nach ihre Triebe aus dem Erdboden schieben. ■ © BGL E.V. ©Ingo Bar tussek - stock.adobe.com 19 ©Ju_see - stock.adobe.com
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