InHerford - Oktober 2021

Oktober 2021 | InHerford ENERGIE „Future Fuels“ ersetzen fossile Brennstoffe 10 Energieträger der Zukunft – zum Fahren und Heizen Nur mit Sonnen- und Windstrom aus Deutschland werden die Klimaziele hierzulande kaum zu erreichen sein. Auch wenn der Verbrauch durch mehr Effizienz verringert werden kann: Ne- ben Ökostrom werden zusätzlich CO 2 -arme Kraft- und Brenn- stoffe benötigt. Diese könnten künftig zunehmend an die Stel- le von Diesel, Benzin und Heizöl treten. Gerade im Verkehr und in der Wärmeversorgung sind es heute noch immer fossile Energieträger, die den Großteil des Bedarfs stemmen. Rund 98 Prozent aller Pkw werden laut Kraftfahrtbundesamt deutschlandweit mit Benzin oder Diesel betrieben. „Hinzu kommen fast 19 Millionen Heizungen, die mit Erdgas oder Heizöl laufen“, erklärt Adrian Willig vom Hambur- ger IWO-Institut. „Verkehr und Wärmesektor komplett auf eine direkte Stromversorgung umzustellen, wäre eine kaum zu leis- tende und vor allem sehr kostspielige Mammutaufgabe“. Doch dies sei auch nicht notwendig. „Neben einer zunehmenden Elektrifizierung werden wir künftig auch alternative Brennstoffe benötigen. Es geht nicht um ein Entweder-oder. Wir brauchen beides“, so Willig. NEUE KRAFTSTOFFE OHNE FOSSILES ÖL Ein Beispiel: Selbst wenn es gelingen sollte, wie von der Bundesregierung geplant, bis zum Jahr 2030 zehn Millionen E-Fahrzeuge hierzulande auf die Straßen zu bringen, wird es dann noch rund 35 Millionen Autos mit Verbrennungsmotor geben. „Auch für die benötigen wir klimaschonende Lösun- gen, zumal die Anschaffung eines E-Autos oder der Umstieg auf den öffentlichen Verkehr für viele Menschen noch keine ernsthafte Option ist“, betont Willig. Aus diesem Grund wird derzeit intensiv an CO 2 -armen und CO 2 -neutralen flüssigen Kraft- und Brennstoffen gearbeitet. Für deren Herstellung gibt es verschiedene Verfahren und Rohstoffe. Die Gemeinsam- keit: Sie alle kommen ohne fossiles Öl aus, können mit kon- ventionellen Kraftstoffen kombiniert und in der bereits beste- henden Anwendungstechnik eingesetzt werden. „Biomassebasierte Produkte werden bereits heute konventi- onellen Energieträgern beigegeben. Für die Zukunft geht es um die Herstellung weiterer Alternativen aus unterschiedlichen regenerativen Quellen, dabei wird eine Nutzungskonkurrenz zu Agrarflächen oder Nahrungsmitteln bewusst vermieden“, erklärt Willig. „Aufgrund des absehbar großen Bedarfs werden auch synthetische Energieträger auf Basis von grünem Was- serstoff, sogenannte E-Fuels, benötigt.“ Alternative Kraft- und Brennstoffe haben vor allem in flüssiger Form eine wesentlich höhere Energiedichte und lassen sich deutlich einfacher spei- chern und transportieren. Das ermöglicht auch Importe aus den verschiedensten Weltregionen. EINSATZ AUCH ZUR WÄRMEVERSORGUNG MÖGLICH „Auch im Gebäudebereich könnten diese ‚Future Fuels‘ zum Einsatz kommen“, meint Willig. „In vielen Häusern mit einer Öl- heizung liegen die Hürden für den kompletten Umstieg auf eine andere Technologie sehr hoch. Doch der ist zum Erreichen der Klimaziele auch nicht zwingend notwendig.“ Durch Heizungs- modernisierungen mit Brennwerttechnik und Maßnahmen an der Gebäudehülle könnte die Energieeffizienz bereits stark verbessert werden. Ein weiterer Schritt sei die direkte Einbin- dung erneuerbarer Energien, wie etwa Solarkraft, in Form von Hybridheizungen. „So lässt sich der Brennstoffbedarf bereits deutlich reduzieren“, berichtet Adrian Willig. „Für die Rest- mengen könnten dann CO 2 -neutrale ‚Future Fuels‘ genutzt werden, die das fossile Heizöl zunehmend ersetzen. Dass das praktisch umsetzbar ist, zeigen heute schon IWO-Modellpro- jekte.“ Für einen Markthochlauf solcher alternativen flüssigen Energieträger bedarf es jetzt geeigneter Rahmenbedingungen seitens der Politik. Mehr Infos zum Thema unter www.futurefuels.blog . ■ © IWO Denken Sie daran, sich vor dem Winter mit Heizöl zu bevorraten. Ab 2021 wird die CO 2 -Abgabe eingeführt! Löhne-Ostscheid  Tel: 0 57 32 / 7 35 27 www.wessel-brennstoffe.de Wir bringen Wärme! Die zukünftigen CO 2 -neutralen Fuels können auch im Gebäudebereich zum Einsatz kom- men. Gebäude mit Ölheizung können so die Klimaziele erreichen.

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